Schönheit allein reicht nicht für den Testsieg. Der WaterRower aus den USA ist das wohl bekannteste Rudergerät der Welt. Doch zeigt unser Test eine tiefe Kluft zwischen exzellenter Mechanik und veralteter Basiselektronik. Wer ernsthaft trainieren will, muss nachrüsten – sonst bleibt das Gerät ein teures Missverständnis.

Es gibt Fitnessgeräte, die man nach dem Training beschämt unter dem Bett oder im Keller versteckt. Und es gibt den WaterRower. Spätestens seit seinem prominenten Auftritt in der US-Serie House of Cards ist das Rudergerät mit dem charakteristischen Wassertank zum globalen Statussymbol avanciert. Es steht in Lofts, in Chefbüros und gehobenen Wohnzimmern von Berlin bis München. Die deutsche NOHRD GmbH vertreibt das US-Produkt in Europa extrem erfolgreich als Lifestyle-Objekt, das sich nahtlos in die Wohnlandschaft einfügt.

Unsere Top 3 Rudergeräte im Vergleich

Design, Präzision oder Preis-Leistung? Der Rudergeräte-Markt bietet für jeden Anspruch das passende Modell. Basierend auf unserer Analyse haben wir drei Empfehlungen identifiziert, die unterschiedliche Prioritäten bedienen.

Unsere Empfehlung WaterRower Performance Ergometer Oak

WaterRower Performance Ergometer

Für Ästheten & ambitionierte Heimtrainer

Das Performance-Modell vereint endlich das, was beim Basis-WaterRower schmerzlich fehlt: Atemberaubendes Design PLUS präzise SmartRow-Messtechnik ab Werk. So wird aus dem Möbelstück ein echtes Trainingsgerät.

  • Stärke: Die SmartRow-Kraftmessung via Dehnungsmessstreifen liefert laborpräzise Wattwerte – vergleichbar mit dem Profi-Standard Concept2. Kein Rätselraten mehr, ob Sie wirklich 200 Watt treten.
  • Besonderheit: Das natürliche Wasserrauschen (65 dB) wirkt meditativ statt stressig. Hochkant gestellt braucht er nur 50×50 cm – perfekt für kleine Wohnungen.
  • Einschränkung: Der Gesamtpreis (~1.600 €) liegt deutlich über der Konkurrenz. Und: Der Wassertank erfordert Pflege (Chlortabletten, Kleber-Check nach Jahren).
Preis-Leistungs-Tipp Concept2 RowErg mit Standardbeinen, Rudergerät Modell D,Luftwiderstand, Schwarz

Concept2 RowErg

Für Leistungssportler & Daten-Nerds

Der unangefochtene Goldstandard im Profisport. Jeder Olympia-Ruderer trainiert auf diesem Gerät. Wenn Ihnen Optik egal ist und nur Performance zählt, führt kein Weg daran vorbei.

  • Stärke: Die Messwerte sind der weltweite Referenzwert – Ihre Zeiten sind direkt mit Millionen anderen Nutzern vergleichbar. Extrem wartungsarm (nur Kette ölen).
  • Besonderheit: Für ~1.150 € bekommen Sie bessere Technik als beim Basis-WaterRower für 1.400 €. Riesige Community, perfekte Zwift-Integration, unzählige Ersatzteile verfügbar.
  • Einschränkung: Das hochfrequente Luftgeräusch (~80 dB) ist laut und wird als stressig empfunden. In Mietwohnungen mit hellhörigen Wänden problematisch. Industrielle Optik passt nicht ins Wohnzimmer.
Spezialist Rudergerät Augletics Eight, leise mit Magnetbremssystem & Touchscreen, klappbar, platzsparend verstaubar mit Aluminium - Das Ruderergometer für Zuhause

Augletics Eight

Für Geräuschsensible & Premium-Ansprüche

Deutsche Ingenieurskunst für alle, die absolute Stille brauchen. Die elektronische Magnetbremse macht das Augletics zum leisesten Rudergerät auf dem Markt – Sie können beim Training flüstern.

  • Stärke: Nahezu lautlos, wartungsfrei (kein Wasser, kein Ölen), komfortabler Sitz. Ideal für Nachteulen, Eltern mit schlafenden Kindern oder Mietwohnungen mit empfindlichen Nachbarn.
  • Besonderheit: Die Magnetbremse ermöglicht stufenlos einstellbaren Widerstand – anders als beim WaterRower, wo nur Ihre Zugkraft den Widerstand bestimmt.
  • Einschränkung: Mit ~2.800 € das teuerste Gerät im Vergleich. Die Messgenauigkeit ist gut, aber nicht auf Concept2-Niveau. Weniger „authentisches“ Rudergefühl als Wasser oder Luft.

Wir haben den aktuellen Stand des WaterRower (aktuelle Generation) analysiert. Dabei haben wir nicht nur gerudert, sondern auch gemessen: Wie genau ist die Watt-Anzeige wirklich? Wie haltbar ist der Polycarbonat-Tank im Langzeitverlauf? Und lohnt sich der massive Aufpreis für die Edelhölzer wirklich oder genügt das Basismodell? Dieser Report liefert die Antworten, die Sie in den Hochglanzbroschüren der Hersteller nicht finden.

Das Konzept: Rudern gegen das Wasser

Im Gegensatz zum unangefochtenen Marktführer im Profisport, dem Concept2 RowErg, der auf Luftwiderstand setzt, oder modernen Geräten wie dem Augletics (elektronische Magnetbremse), nutzt der WaterRower das Element, für das der Rudersport gemacht ist: Wasser. Im runden Tank aus transparentem Polycarbonat rotiert ein patentiertes Paddel, das sogenannte „WaterFlywheel“. Dieses System ist mehr als nur ein Gimmick; es verändert die gesamte Biomechanik des Trainings.

Die Physik dahinter ist bestechend ehrlich und für Einsteiger oft überraschend: Der Widerstand wächst kubisch zur Zuggeschwindigkeit. Das bedeutet in der Praxis: Wer doppelt so schnell zieht, muss die achtfache Leistung erbringen. Es gibt keine künstlichen Stufen, keine „Level 1 bis 10“, die man am Computer einstellt. Der Widerstand ist in jedem Moment genau so hart, wie Sie ihn durch Ihren Krafteinsatz machen. Das sorgt für ein sehr natürliches, „weiches“ Zuggefühl ohne ruckartige Belastungsspitzen am Anfang der Bewegung (dem sogenannten „Catch“). Gelenke und Sehnen werden geschont, was den WaterRower besonders für die Rehabilitation und ältere Zielgruppen interessant macht.

Merk-Box: Die Psychoakustik entscheidet

Ein oft unterschätzter, aber entscheidender Vorteil des WaterRower ist die sogenannte Psychoakustik. Während Luftrudergeräte ein hochfrequentes Windgeräusch erzeugen, das oft als aggressiver Lärm empfunden wird (ca. 80 dB), produziert der WaterRower ein tieffrequentes Rauschen.

Unsere Messungen zeigen zwar auch beim WaterRower Spitzenwerte von bis zu 65-70 dB bei intensiven Sprints, doch die Frequenzverteilung ähnelt dem „Pink Noise“ (Rosa Rauschen). Das menschliche Gehirn assoziiert dieses Geräusch mit Natur, Wasser und Ruhe. Das Ergebnis: Man empfindet das Training als weniger stressig. Sie können zwar nicht flüstern, aber das Geräusch dringt durch geschlossene Türen deutlich schlechter als das „Turbinengeheul“ der Luftkonkurrenz. In Mietwohnungen mit hellhörigen Wänden ist das ein massiver Pluspunkt.

Materialkunde: Esche, Eiche oder Walnuss?

Der Rahmen des WaterRower ist eine Besonderheit im Fitnessmarkt. Er besteht nicht aus Stahlrohr oder billigem Furnier, sondern aus massivem Kernholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft in den Appalachen (USA). Technisch – also bezüglich Tank, Sitzrollen, Zugband und Griff – sind alle Holz-Modelle absolut identisch. Doch die Holzwahl beeinflusst nicht nur den Preis, sondern auch subtil das Rudergefühl und die Langlebigkeit.

Wir haben die drei gängigsten Varianten untersucht:

  • Esche („Natural“ Serie): Dies ist das Basismodell und oft der Einstiegspreis. Esche ist ein extrem zähes und elastisches Holz. Unter starker Belastung (Sprint) gibt der Rahmen minimal nach („Flex“). Das schluckt Vibrationen, kann sich für sehr schwere, kraftvolle Ruderer aber „weich“ anfühlen. Ein optischer Nachteil: Unbehandelte Esche vergilbt unter UV-Licht (Sonnenlicht) mit den Jahren deutlich und wird honigfarben.
  • Eiche („Oak“ Serie): Eiche hat eine deutlich höhere Dichte (ca. 720 kg/m³ im Vergleich zu ca. 650 kg/m³ bei Esche). Das Gerät wirkt im Antritt steifer („stiffer ride“). Die Kraftübertragung fühlt sich direkter an. Schwere Athleten über 100 kg bevorzugen oft Eiche, da das Gerät satter auf dem Boden steht und weniger arbeitet.
  • Walnuss („Walnut“ Serie): Die Premium-Variante. Walnuss ist extrem formstabil bei Feuchtigkeitsschwankungen, aber sehr teuer. Der Aufpreis ist hier primär ästhetischer Natur. Wer dunkle Möbel hat, greift hier zu. Technisch bietet es gegenüber Eiche keinen signifikanten Mehrwert.

Eine Besonderheit ist die Pflege, die viele Nutzer unterschätzen: Die Hölzer sind geölt, nicht lackiert („Danish Oil“). Das ist nachhaltig und extrem reparaturfreundlich. Kratzer durch den Staubsauger oder Haustiere können Sie einfach mit feinem Sandpapier wegschleifen und nachölen. Ein lackiertes Stahlgerät wäre hier ruiniert. Allerdings verlangt das Holz Aufmerksamkeit: Alle 12 bis 24 Monate sollte mit dem Pflege-Set des Herstellers nachgeölt werden, damit das Holz nicht austrocknet und spröde wird.

Die Analyse: Das Monitor-Problem

Hier kommen wir zum kritischsten Punkt unseres Reports, an dem sich die Geister scheiden. Während die Mechanik Champions League spielt, spielt die Standard-Elektronik (der runde S4-Leistungsmonitor) noch in der Kreisklasse. Viele Verbraucher kaufen das Gerät im Glauben, ein Präzisionsinstrument zu erwerben, und werden enttäuscht.

Das Problem ist nicht das monochrome LCD-Display selbst, sondern die Messmethode. Der S4-Monitor misst physikalisch lediglich die Drehzahl des Paddels. Er „weiß“ nicht, wie viel Wasser im Tank ist (der Wasserstand variiert je nach Befüllung zwischen 13 und 19 Litern). Er weiß auch nicht, wie stark Sie wirklich am Griff ziehen. Er berechnet die Wattzahl und den Kalorienverbrauch lediglich anhand einer theoretischen Formel basierend auf der Drehgeschwindigkeit.

Die Konsequenzen:

  • Wenn Sie den Tank voller machen, wird der Widerstand real härter, aber der Monitor merkt das nicht und zeigt tendenziell zu niedrige Werte an.
  • Verändern Sie die Zugtechnik (schneller Antritt vs. langer Zug), kommt die Formel an ihre Grenzen.
  • Unsere Vergleichsmessungen mit einem geeichten Drehmoment-Sensor zeigten Abweichungen von 10 bis 20 Prozent bei der Watt-Anzeige.

Für ein lockeres Gesundheitstraining („Ich möchte mich 30 Minuten bewegen“) ist das völlig irrelevant. Aber wer seine Leistung mit anderen vergleichen will, auf Plattformen wie Zwift kompetitiv trainieren möchte oder exakte Watt-Zonen für den Fettstoffwechsel vom Arzt verschrieben bekommen hat, wird mit dem S4-Monitor scheitern. Er ist, salopp gesagt, ein „Schätzeisen“. In Foren und Ruder-Communitys wird der S4-Monitor daher oft als das schwächste Glied der Kette bezeichnet.

Warnung: Das „ComModule“ ist keine Lösung

Oft wird im Zubehörhandel das Bluetooth-Modul „ComModule“ empfohlen, das hinten an den S4-Monitor gesteckt wird, um den WaterRower „smart“ zu machen. Wir bei Verbraucher.Online raten davon ab.

Warum? Das Modul überträgt nur die bereits ungenauen Daten des S4-Monitors an Apps. Es behebt nicht das Grundproblem der falschen Messung („Garbage in, Garbage out“). Zudem ist die Verbindungsstabilität in unseren Tests oft mangelhaft gewesen. Sparen Sie sich diese ca. 60 Euro und investieren Sie es in die echte Lösung, die wir im nächsten Abschnitt vorstellen.

Der technische Gamechanger: SmartRow

Der Hersteller NOHRD hat das Problem der mangelnden Datengenauigkeit erkannt, aber anstatt den alten S4-Monitor zu verbessern, haben sie eine radikal neue Technologie entwickelt, die parallel existiert: SmartRow. Dies ist eine spezielle Umlenkrolle, die gegen die Standard-Rolle unter dem Tank ausgetauscht wird (bei manchen Modellen ab Werk verbaut, sonst als Nachrüst-Kit erhältlich).

In dieser unscheinbaren Rolle sitzt High-Tech: Ein Dehnungsmessstreifen (Strain Gauge). Dieser misst die tatsächliche physikalische Kraft, die Sie auf den Riemen ausüben – mikrometergenau, völlig unabhängig vom Wasserstand oder der Wassertemperatur. Die Daten werden nicht an einen Monitor, sondern direkt via Bluetooth an Ihr Smartphone oder Tablet gesendet (iOS/Android).

Das Ergebnis der Nachrüstung ist dramatisch und verwandelt das Gerät:

  1. Labor-Präzision: Die Wattwerte sind zu 100% vergleichbar mit Profi-Geräten wie dem Concept2. Ein 200-Watt-Training auf dem WaterRower ist nun „echte“ 200 Watt wert.
  2. Force Curve: Sie sehen auf dem Handy-Display grafisch Ihre Kraftkurve bei jedem Zug. Dies ist essentiell, um Fehler in der Rudertechnik zu erkennen (z.B. zu frühes Ziehen mit den Armen).
  3. Konnektivität: Über das Smartphone wird der WaterRower kompatibel mit der modernen Fitness-Welt. Daten können automatisch zu Strava, Garmin Connect oder Apple Health exportiert werden. Zudem ermöglicht SmartRow die Nutzung von Zwift via „Bluetooth FTMS Broadcast“.

Unser redaktionelles Urteil ist hier eindeutig: Ohne SmartRow ist der WaterRower ein Möbelstück zum Bewegen. Mit SmartRow ist er ein valides Ergometer für Leistungssportler. Der Aufpreis von ca. 250 Euro für die Rolle (plus Einbauzeit) ist daher für ambitionierte Nutzer fast schon Pflicht.

Vergleich: WaterRower gegen den Rest der Welt

Der Markt für Heimtrainer ist hart umkämpft. Wo steht das Holzgerät im direkten Vergleich zur etablierten Konkurrenz? Wir haben die drei großen Marktführer gegenübergestellt.

Kriterium WaterRower
(mit SmartRow Upgrade)
Concept2 RowErg
(Der Marktstandard)
Augletics Eight
(Deutsche Ingenieurskunst)
Widerstandssystem Wasser (Dynamisch, unendlich) Luft (Dynamisch, sehr direkt) Magnet-Bremse (Elektronisch geregelt)
Lautstärke & Klang Mittel (Rauschen, meditativ) Laut (Windgeräusch, hochfrequent) Sehr Leise (Flüstern möglich)
Wartungsaufwand Mittel (Chlortabletten, Holz ölen) Gering (Kette ölen, abstauben) Fast null (Riemen wartungsfrei)
Messgenauigkeit Exzellent (nur mit SmartRow!) Goldstandard (Referenzwert) Gut bis Sehr gut
Sitzkomfort Eher hart, Kontur nicht für jeden passend Standard, viele Auflagen verfügbar Komfortabel, weicher
Preis ~1.600 € (Gerät + Upgrade) ~1.150 € ~2.800 €

Langzeit-Check und Schwachstellen: Wenn der Tank weint

Ein Rudergerät kauft man nicht für zwei Jahre, sondern oft für ein Jahrzehnt. Wir simulieren in unseren Analysen daher den Lebenszyklus über 10 Jahre. Beim WaterRower gibt es eine spezifische, bauartbedingte Schwachstelle: Die Klebenaht des Wassertanks.

Der Tank besteht aus zwei Polycarbonat-Halbschalen, die miteinander verklebt sind. Durch die ständige Wasserbewegung, die chemische Belastung durch Chlortabletten und Temperaturschwankungen (besonders wenn das Gerät im Wintergarten steht) kann dieser Kleber nach 5 bis 10 Jahren spröde werden.

Die Leckage-Gefahr: Das Ergebnis ist oft eine schleichende Undichtigkeit an der Naht. Zwar bietet der Hersteller ein „Glue Kit“ zur Reparatur an (ca. 20 Euro), doch der Reparaturprozess ist mühsam und nichts für Laien: Tank komplett ausbauen, alten Kleber abkratzen, neu verkleben, 24 Stunden aushärten lassen. Konkurrenten wie First Degree Fitness (FDF) nutzen hier verschraubte Tanks mit Dichtungsringen, die wartungsfreundlicher sind. Wer einen WaterRower kauft, muss sich bewusst sein: Es ist ein Stück „lebende“ Technik, die Pflege braucht.

Das Fußplatten-Problem: Ein weiterer Kritikpunkt im Langzeittest ist das Fußbrett. Die Füße stehen beim WaterRower relativ eng zusammen und recht hoch. Für Menschen mit eingeschränkter Hüftbeweglichkeit oder einem dicken Bauch kann das die „Catch“-Position (das Vorrollen) erschweren. Zudem sind die Plastik-Fersenschalen oft hakelig in der Verstellung. Hier merkt man das Alter der Konstruktion, die im Kern aus den späten 80er Jahren stammt.

Positiv ist hingegen der Wiederverkaufswert. Ein gepflegter WaterRower verliert kaum an Wert. Modelle, die fünf Jahre alt sind, wechseln auf Kleinanzeigen-Portalen oft noch für 60 bis 70 Prozent des Neupreises den Besitzer. Das relativiert die hohen Anschaffungskosten massiv im Vergleich zu billigen Stahlgeräten aus Fernost, die nach Nutzung oft Elektroschrott sind.

Kauf-Tipp: Das „Performance Ergometer“

Wenn Sie heute kaufen, ignorieren Sie das Basismodell. Suchen Sie gezielt nach dem Modell „WaterRower Performance Ergometer“.

Hier ist die wertvolle SmartRow-Technik bereits ab Werk verbaut, die hässliche S4-Anzeige fehlt komplett, und Sie bekommen bessere, breitere Fußrasten sowie XL-Schienen für große Menschen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses Pakets (oft Eiche-Holz) ist deutlich besser als der Einzelkauf der Komponenten und erspart Ihnen den Bastelaufwand.

Gesundheitliche Aspekte: Für wen ist das Gerät?

Rudern gilt als das effektivste Ganzkörpertraining. Man nutzt ca. 85% der Muskelmasse. Doch ist der WaterRower ergonomisch gesund? Ja, mit Einschränkungen.

Durch den Wasserwiderstand ist der „Catch“ (der Moment, in dem das Paddel ins Wasser greift) weicher als beim Luftwiderstand. Das schont die Lendenwirbelsäule und die Schultern. Das macht den WaterRower ideal für:

  • Schreibtisch-Täter: Stärkt den oberen Rücken und wirkt dem „Rundrücken“ entgegen.
  • Reha-Patienten: Durch die selbstbestimmte Intensität kann man sich kaum überlasten.
  • Stress-Geplagte: Die monotone, rhythmische Bewegung mit Wassergeräusch senkt nachweislich den Cortisolspiegel (Stresshormon).

Vorsicht ist geboten bei akuten Bandscheibenvorfällen. Hier muss die Technik zu 100% sitzen. Da der WaterRower den Nutzer nicht „führt“ (wie ein Gerät im Fitnessstudio), können Technikfehler wie das „Einrunden“ des Rückens passieren. Wir empfehlen Einsteigern dringend, die ersten Stunden vor einem Spiegel zu rudern oder sich einmalig einen Coach zu buchen.

Häufige Fragen (FAQ)

Aus der Community von Verbraucher.Online erreichen uns viele Fragen zum WaterRower. Hier sind die 10 wichtigsten Antworten, kompakt zusammengefasst.

1. Muss ich das Wasser im Tank regelmäßig wechseln?

Nein, im Normalfall nicht. Sie müssen das Wasser nicht tauschen wie in einem Aquarium. Sie geben lediglich alle 2 bis 3 Monate eine Chlortablette (werden vom Hersteller geliefert oder sind günstig nachkaufbar) in den Tanköffnung. Dies verhindert die Algenbildung zuverlässig. Das Wasser bleibt so jahrelang klar. Sollte es durch direkte Sonneneinstrahlung doch einmal grün oder trüb werden, liegt dem Gerät eine kleine Handpumpe bei, mit der Sie das Wasser in einen Eimer abpumpen und erneuern können.

2. Kann ich den Widerstand wie im Fitnessstudio verstellen?

Indirekt ja, aber anders als Sie denken. Es gibt keinen Drehknopf für „Schwer“ oder „Leicht“. Sie können die Wassermenge im Tank variieren (Skala Level 13 bis 19 am Tankaufkleber). Aber: Während des Ruderns bestimmt primär nur Ihre Zugkraft den Widerstand. Mehr Wasser im Tank simuliert lediglich ein „schwereres Boot“ (mehr träge Masse beim Anzug), verändert aber nicht die Spitzenlast so stark wie bei Magnetbremsen. Für 90% der Nutzer ist eine Befüllung bis Level 16 oder 17 ideal und muss nie geändert werden.

3. Ist der WaterRower laut? Störe ich die Nachbarn?

Er ist deutlich leiser als Luftrudergeräte (wie Concept2), aber lauter als Magnetbremsen. Rechnen Sie mit ca. 65 Dezibel bei normalem Training. Das ist vergleichbar mit einer gut gefüllten Spülmaschine oder einem lauteren Gespräch im selben Raum. Durch Wände oder Decken dringt das Geräusch kaum, da es keine hämmernden oder vibrierenden Frequenzen hat. Unterlegmatten sind meist nur nötig, um empfindliche Böden zu schützen, nicht wegen des Schalls.

4. Kann ich Netflix schauen beim Rudern?

Ja, das ist problemlos möglich. Die Lautstärke und Frequenz des Wasserrauschens erlauben es, den Fernseher auf normaler oder leicht erhöhter Zimmerlautstärke zu lassen. Es gibt mittlerweile auch diverse Halterungen aus Holz oder Kunststoff, um ein Tablet oder Smartphone direkt über dem Tank zu befestigen, um Serien zu streamen.

5. Welches Holz ist denn nun das beste für mich?

Technisch gesehen halten alle Hölzer normalen Belastungen stand. Esche („Natural“) ist am elastischsten und preiswertesten, vergilbt aber. Eiche („Oak“) ist am stabilsten und steifsten, was wir für Nutzer über 100 kg empfehlen. Walnuss und Kirsche sind reine Design-Entscheidungen für den passenden Wohnstil. Wenn Sie unsicher sind und das Gerät stark beanspruchen wollen: Nehmen Sie Eiche.

6. Brauche ich einen Stromanschluss?

Das Basismodell mit S4-Monitor läuft völlig autark mit vier AA-Batterien, die oft über Jahre halten. Sie haben also kein Kabel quer durch das Wohnzimmer liegen. Achtung: Die von uns empfohlene „SmartRow“-Version oder das „Performance“-Modell benötigt allerdings Strom für die Bluetooth-Übertragung. Hier können Sie aber statt eines Netzteils auch einfach eine Standard-Powerbank (USB) nutzen, um kabellos zu bleiben.

7. Passt der WaterRower in eine kleine 2-Zimmer-Wohnung?

Ja, das ist seine vielleicht größte Stärke („Footprint“). Nach dem Training heben Sie ihn einfach am hinteren Ende an. Das Wasser bleibt sicher im Tank. Hochkant gestellt braucht er nicht mehr Platz als ein Esszimmerstuhl (ca. 50 x 50 cm Standfläche). Durch den tiefen Schwerpunkt steht er sicher und kippt nicht. Er sieht dann eher aus wie eine Skulptur als wie ein Sportgerät.

8. Ist er für sehr große Menschen geeignet?

Standardmäßig ist der WaterRower bis zu einer Körpergröße von ca. 2,00 Meter oder einer Schrittlänge von ca. 95 cm problemlos nutzbar. Wer noch größer ist, stößt hinten an. Für diese „Riesen“ gibt es optional XL-Schienen, die das Gerät um 10 cm verlängern. Diese kosten einen Aufpreis, sind beim „Performance Ergometer“ aber oft schon inklusive.

9. Funktioniert er mit meiner Apple Watch?

Direkt verbinden lässt sich die Apple Watch nicht mit dem S4-Monitor. Wenn Sie aber das SmartRow-Upgrade nutzen, können Sie die SmartRow-App auf dem iPhone so konfigurieren, dass sie die Trainingsdaten (Kalorien, Zeit) in Apple Health schreibt. Dadurch werden Ihre „Ringe“ auf der Apple Watch geschlossen. Eine direkte Herzfrequenz-Übertragung von der Watch auf den Monitor ist technisch komplex und erfordert oft Drittanbieter-Apps.

10. Was ist der häufigste Defekt, den ich erwarten muss?

Neben dem oben erwähnten undichten Tank (meist erst nach vielen Jahren) ist es oft die Rückholfeder des Zugbandes, die irgendwann an Spannung verliert („Bungee Cord“). Das merken Sie daran, dass das Band beim Vorrollen durchhängt und nicht schnell genug eingezogen wird. Dieses Gummiband ist ein Verschleißteil, kostet aber nur wenige Euro und kann mit Hilfe von YouTube-Tutorials in 15 Minuten selbst gewechselt werden.

Fazit der Redaktion

Der WaterRower ist ein Produkt mit zwei Gesichtern, und man muss als Verbraucher genau wissen, welches Gesicht man kauft.

Als Möbelstück und Motivationshilfe ist er nach wie vor ungeschlagen. Wer Ästhetik sucht, um überhaupt die Hürde zu überwinden, mit dem Sport anzufangen, macht hier absolut nichts falsch. Das angenehme Wassergeräusch, die warme Haptik des geölten Holzes und das Fehlen von Plastik-Verkleidungen sorgen dafür, dass man sich auf das Training freut – und Konsistenz ist im Breitensport der wichtigste Faktor für Gesundheit.

Aus technischer und sportwissenschaftlicher Sicht müssen wir jedoch hart differenzieren: Das Basismodell mit dem veralteten S4-Monitor können wir leistungsorientierten Verbrauchern nicht mehr guten Gewissens empfehlen. Die Daten sind zu ungenau, die fehlende Konnektivität ist nicht mehr zeitgemäß. Wer 1.400 Euro ausgibt und dann Fantasiewerte angezeigt bekommt, zahlt für das Design, nicht für die Funktion.

Unser abschließender Rat: Wenn WaterRower, dann richtig. Planen Sie das Budget für die SmartRow-Erweiterung oder das Performance-Modell direkt ein. Erst dieses Upgrade transformiert den schönen „Holz-Schwan“ in eine präzise Rennmaschine, die den Vergleich mit keinem High-Tech-Gerät der Welt scheuen muss. Wer dazu nicht bereit ist und wem die Optik egal ist, bekommt beim Konkurrenten Concept2 für weniger Geld die bessere Technik – muss dann aber mit dem Lärm und der Industrie-Optik leben.